Macht ist kein Menschenrecht – MK 36-17

Schon in der UN-Menschenrechtscharta wurden am 10. Dezember des Jahres 1948 die grundlegenden Lebensrechte eines Menschen auf dieser Welt festgelegt, ohne Rücksicht auf die Hautfarbe, die Herkunft, die Religion, die Lebensausrichtung und weiterer wichtiger Merkmale, die ein Individuum Mensch ausmachen. Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte lautete schon damals: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Es war eine starke Reaktion auf den schrecklichen 2. Weltkrieg, die Festlegung dieser fundamentalen Grundrechte.

Im nächsten Jahr 2018 ergibt sich das Siebzigjährige Bestehen dieser zu Papier gebrachten Menschenrechte und zeigen in 30 Artikeln, wie man sich zumindest im Jahr 1948 theoretisch die wichtigsten Regeln zur Achtung der Würde und des Respekts von Menschen gegenüber ihresgleichen beachten sollte. Diese Grundrechte haben seitdem nichts von ihrer Wichtigkeit und Bedeutung verloren. Jedoch im zeitnahen Tun und Handeln vieler Menschen, Regierungen und Machthabern sind sie fast völlig bedeutungslos geworden. So haben Ereignisse auf dieser Erde dafür gesorgt, dass man diesen Schatz, der gleichfalls für unser Zusammenleben wichtig ist, einfach aus den Augen verloren oder wie alte Gegenstände auf dem verstaubten Dachboden verstaut hat.

In der Zeit von 1948 (und schon viel früher), dem Zeitpunkt der Festlegung wichtiger Zwischenmenschlicher Regeln, bis zum heutigen Tag ist eine Fähigkeit der Menschen nicht wirklich in Erscheinung getreten. Es ist die den Menschen eigene Vernunft, die sich durch die Eigenschaft des menschlichen Denkens auszeichnet, um durch Aufnahme von Sachverhalten, verbunden mit der persönlichen Erfahrung, Vorgänge und Dinge zu bewerten und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Nach der Einstufung der Bedeutung bestimmter Vorgänge wäre der Mensch in der Lage, wichtige Regeln und Prinzipien daraus abzuleiten, die unser Zusammenleben regeln. Die benannte Vernunft hätte es also geschafft, unser Zusammenleben konfliktfreier und harmonischer zu gestalten, wenn, ja wenn diese Fähigkeit, die uns Menschen normal auszeichnet, nicht fast gänzlich verloren gegangen wäre. Bewusst schreibe ich, nicht ganz verloren, weil es auch völlig „normale Ausnahmen“ gibt, die im Alltag stattfinden und es tatsächlich noch Menschen gibt, die den Sinn der Vernunft kennen und auch nutzen. Also doch nicht ganz verloren? Die kritische Frage ist doch, nutzt nur noch der normale Bürger seine persönliche Vernunft? Sind Totalausfälle der Vernunft nur Ausnahmen in unserer globalisierten Welt?

Nun ziele ich nicht auf den normalen Alltag, der immer unsere kognitiven Fähigkeiten fordert und fördert, sondern den Sinn von Politik in ihrer sozialen und politischen Machtausübung, die täglich im Zentrum unseres Alltages und Denkens steht. Sie beeinflusst uns direkt, auch in unserer persönlichen Entwicklung, besonders in freien Demokratien wie der Bundesrepublik Deutschland. Den Einen ist es klar bewusst, Andere merken es gar nicht und Vielen ist es selbstverständlich, nämlich der Einfluss der politischen Abläufe auf unser Leben. Doch so selbstverständlich ist Demokratie nicht. Für eine gesunde Demokratie ist das Mitwirken der Bevölkerung notwendig und sogar unbedingt für deren Erhalt erforderlich. Die Demokratie ist nicht eigennützig, sondern für die Menschen gedacht, die in ihr leben. Im Dialog der Politik mit den Bürgern entsteht ein erstrebenswertes Miteinander. Sie verstehen es richtig, in unserer Demokratie gestalten Politiker ihre Politik für uns Bürger. Gut, es mag Ausnahmen geben!

Wie ist sie nun zu sehen, die Macht der Politik? Schon Hannah Arendt schreibt in ihrem „Buch Macht und Gewalt“, „dass niemand Einzelner über Macht verfügen kann.“ So bedarf es bei einer Ausübung von Macht zumindest in einer funktionierenden Demokratie einer Legitimation von denen, die der Macht ausgesetzt sind. Die grundsätzliche Legitimation ergibt sich für die Politiker durch unsere Wahlen, die in der Verfassung festgelegt sind. Die Kenntnis über den Sinn einer ausgeübten Macht ist also dem Bürger in ihrer Notwendigkeit zu vermitteln, damit unsere Demokratie funktioniert. – Denn Gewalt ist niemals legitim, kann zwar Macht vernichten, jedoch keine Macht erzeugen, so „Hannah Arendt“!

Wenn die Macht in einem Staat nicht eindeutig legitimiert ist, kann dieser Staat seine Macht nur durch eine unverhältnismäßig große Gewaltausübung gegenüber den Menschen zeigen, aber die Menschen durch diese Gewaltaktionen nie von dem System des Staates überzeugen, was er vielleicht auch letztlich gar nicht will. Mit der Gewalt ersetzt der Staat seine angeblich legitimen Kontrollorgane. So verhindert diese Gewalt permanent die Anwendung von Menschenrechten der Vereinten Nationen und das ziemlich bewusst. Eine Diktatur provoziert so ständig ihre Bürger und schränkt Freiheiten sowie Lebensplanungen ein, schadet so dem geordneten Zusammenleben der Menschen in diesem Staat. Menschen die Autokraten und Diktatoren bewusst „wählen“, mal abgesehen von Manipulationen bei der Wahl, sind sich nicht wirklich ihrer Lebenssituation bewusst, wissen nichts von Menschenrechten, kennen vielleicht nur ihre persönlichen Vorteile im System und schließen Andersdenkende kategorisch aus ihrem Lebenskreis aus. Der Machthaber kann nämlich nur seine Ideologien weiter verfolgen, wenn sie, also seine Anhänger, seine zerstörerische Art und Weise unterstützen. Fatal kann es bei diesen Machtapparaten nur für die Gleichgültigen, Ängstlichen und Mitläufer sein, wenn diese beim System in Misskredit fallen. Jedoch muss man dafür in die richtige Richtung denken wollen! Eine zerstörerische Macht schaltet die Vernunft einfach aus und vernichtet sie.

Als Fazit kann man nur feststellen, dass nicht legitimierte Macht sowie Machtstreben und die in diesen Fällen auch verlorene Vernunft unsere Erde zu einem Ort hat werden lassen, an dem überwiegend die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Sie ist trotz Klimaerwärmung zu einem Ort der menschlichen Kälte geworden. Somit ist Gewalt an die Stelle von Vernunft und Überzeugung getreten. Die Welt driftet immer weiter von dem Pfad eines Miteinander aller Menschen auf der Erde ab, und das schadet auch letztlich unserer Mutter Erde. Die Diskrepanz zwischen den geäußerten Versprechen von Menschen und ihrem tatsächlichen Handeln ist besonders bei Politikern oftmals sehr stark ausgeprägt. Es ist anzunehmen, dass diese Methode der Missachtung unserer Erde und den darauf lebenden Menschen schadet. Wie lange könnte dieses System Erde wohl noch funktionieren? Manche meine vielleicht noch 100 Jahre, andere wiederum sagen, es könnte auch schon früher endgültig vorbei sein mit uns Erdenbewohnern. Ernste Gefahren sind erkennbar und von Gewalt sowie Zerstörung gekennzeichnet. Besonders grausam ist es, dass sich inhumane Menschen daran bewusst beteiligen. Auch die „Rache“ unseres Planeten kann man jetzt schon erahnen. Vielleicht würde mehr Miteinander als Gegeneinander uns und unserer Erde ja helfen!!! Nein, Macht an sich und im Besonderen ist wirklich kein Menschenrecht.

12.09.2017 – WM

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